Die verstorbenen Vorstandsmitglieder der VDMFK

Trevor C. Wells

WellsGeboren am: 01.11.1956
Verstorben am: 13.092015
Vorstandsmitglied von 2000 – 2015

Nach Schulabschluss absolvierte Trevor C. Wells eine Zimmermannslehre und begann, für den Uxbridge Rugby Club zu spielen. 1976 schloss er seine Lehre als Zimmermann ab. Zwei Jahre später brach er sich bei einem Rugbyunfall das Genick und blieb vom Nacken abwärts gelähmt. Im Anschluss daran verbrachte er sieben Monate im Krankenhaus. Anschliessend übersiedelte er in eine Abteilung für junge Behinderte, wo er 1984 ermutigt wurde, als Beschäftigungstherapie zu malen. Noch im selben Jahr erhielt er von der Vereinigung ein Stipendium. Im Jahre 1987 wurde er Vollmitglied. Dies eröffnete ihm eine völlig neue Karriere als Mundmaler. 1990 verliess Trevor C. Wells die Abteilung für körperlich Behinderte und zog nach Chesham in Buckinghamshire. Im Jahr 2000 nahm er am Künstlerdelegierten-Treffen in Sydney teil, wo ihm die grosse Ehre zuteil wurde, in den Vorstand der Vereinigung gewählt zu werden.
Die bevorzugten Motive von Trevor C. Wells waren Landschaften, welche meistens in der Acryltechnik gehalten wurden. Die Präzision seiner Naturbeobachtungen – häufig aus der Umsetzung von Fotografien – gab den Bildern einen besonderen Reiz. Vor allem die Winterlandschaften, die zu den Lieblingsmotiven von Trevor C. Wells gehörten, zeichneten sich durch gekonnte koloristische Effekte aus Seine zahlreichen Werke konnte er schon mittels Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen weltweit präsentieren.

Bruce G. Peardon

PeardonGeboren am: 28.2.1945
Verstorben am: 13.5.2001
Vorstandsmitglied: 2001-1992

Bruce G. Peardon wurde am 28. Februar 1945 geboren. Nach dem Besuch der Schule liess er sich zum Radiomechaniker ausbilden. Im Anschluss daran absolvierte Bruce G. Peardon seine Militärzeit bei der Marine. 1962 wurde er bei einem Autounfall am Halswirbel schwer verletzt, was zur Folge hatte, dass Arme und Beine gelähmt blieben. Während seines langen Aufenthaltes im Krankenhaus lernte er die Mundmaler Bill Mooney und James K. Meath kennen. Daraus entwickelte sich eine Freundschaft. Von diesen beiden Künstlern lernte Bruce G. Peardon das Schreiben und Malen mit dem Munde. Somit bekam er Kenntnis von der Vereinigung, welche ihn ab Juli 1965 als Stipendiat betreute. In der Folge entwickelte er sich zu einem anerkannten Künstler. Dies führte dazu, dass er per 1. März 1972 Vollmitglied der VDMFK wurde. Beliebte Motive des Mundmalers waren seine australische Heimat, Motive aus der Sagenwelt seines Landes und heitere Tier- und Kindermotive. Seine Werke konnte der Mundmaler bei Ausstellungen in der ganzen Welt präsentieren. Darüber hinaus schrieb Bruce G. Peardon drei illustrierte Kinderbücher, welchen grosser Erfolg beschieden war. Sie trugen den Namen: “Charlie the Chimmneysweep and Sooty”, “Teddy’s Night Lost in the Bush” und “Old Billy‘s Enchanted Valley”. Die Bücher, welche in fünf Sprachen erschienen, wurden Bestseller.

Am 13. Mai 2001 verstarb Vorstandsmitglied Bruce G. Peardon. Er wurde am 1. April 1992 anlässlich des Delegiertenkonvents in Rom in den Vorstand der Vereinigung gewählt.

Charles Fowler

Charles FowlerGeboren am: 12.1.1909
Verstorben am: 21.5.1997
Vorstandsmitglied: 1997-1988

Charles Fowler wurde am 12. Januar 1909 in London geboren. Er hatte seine Ausbildung als Maler und Zeichner an der Wimbledon School of Art und dem Royal College of Art weitgehend abgeschlossen, als er 1928 bei einem Eisenbahnunglück beide Arme verlor. Mit seinem ganzen Ausdruckswillen lernte er danach mit dem Mund zu malen und zu zeichnen. Hierbei zeichnete er sich auch als Mundmaler durch sein Können aus, zumal sich seine mit dem Mund gemalten Arbeiten nicht von denen unterscheiden, die er mit der Hand malte. Auf den 1. Januar 1975 wurde Charles Fowler Vollmitglied der Vereinigung. In der Folge konnte er seine Werke bei vielen Einzelausstellungen in London und in vielen Städten Englands sowie bei zahlreichen Gemeinschaftsausstellungen in aller Welt präsentieren. Der Kunsthistoriker Dr. Hiepe schrieb über den Mundmaler: „Fowlers Landschaften leben vom Licht. Es erfüllt seine Wald- und Parkstudien bis in die Schattenpartien mit strahlenden Farben, prägt die hellen Pastell- und Aquarelltöne seiner Sommerlandschaften, steht als seidenfarbiges Blau gegen die schwungvoll gesehenen, ausladenden Bäume über dem fast weissen Wasser eines Sees.“

Am 21. Mai 1997 verstarb Vorstandsmitglied Charles Fowler. Er gehörte seit dem Delegiertenkonvent 1988 in London dem Vorstand der VDMFK an.

Erich Macho

Erich MachoGeboren am: 8.11.1926
Verstorben am: 10.2.1995
Vorstandsmitglied: 1995-1988

Herr Erich Macho kam am 8. November 1926 in Goldeck/Österreich ohne Hände auf die Welt. Schon in seiner frühen Jugend lernte er den Gebrauch seiner Füsse statt der Hände. Herr Macho nahm Kunstunterricht in Salzbzurg und fand als Fussmaler früh seinen Stil als Maler des Alpenlandes um St. Johann im Pongau, wo er lebte und arbeitete. Der talentierte Künstler hatte mit seinen Arbeiten Erfolg.
Die berühmten Berg- und Seelandschaften um St. Johann sind seine bevorzugten Motive. Der Kunsthistoriker Dr. Hiepe vermerkt über den Künstler: “Der Betrachter wird vor diesen mit ruhiger Kraft der Naturbeobachtung und der Darstellung gemalten Bergen, Wäldern und Seen keinen Unterschied zur fortbestehenden, traditionellen Landschaftsmalerei finden. “Unglaublich ist, und von der wissenschaftlichen Graphologie bestaunt, dass der Charakter der Schrift und die Sicherheit gleich sind, ob Herr Macho mit dem rechten oder mit dem linken Fuss oder mit dem Munde schreibt. Ankäufe durch die Landesregierung Salzburg.

Ausstellungsbeteiligung u. a. in Wien, Wels, Salzburg und in vielen Städten
in aller Welt. Herr Macho verstarb am 10.02.1995.

Irene Schricker

Irene SchrickerGeboren am 12.3.1927
Verstorben am: 14.1.1991
Vorstandsmitglied: 1991-1984

Irene Schricker wurde am 12. März 1927 in München geboren. Bis zu ihrem 19. Lebensjahr war sie als Kontoristin tätig. Dann erkrankte sie an einer spinalen Kinderlähmung, was dazu führte, dass sie ihren Beruf nicht mehr ausüben konnte. Bereits in ihrer Kindheit malte und zeichnete sie gerne. Durch ihre körperliche Behinderung machte sie ihre Neigung zur Berufung. Bereits am 7. Juli 1956 wurde sie als Vollmitglied in die Vereinigung aufgenommen. Mit eisernem Fleiss erwarb sie sich als Mundmalerin umfassende Fähigkeiten auf allen Gebieten der Malerei und Grafik. Dadurch erschlossen sich ihr neue, unerwartete Möglichkeiten, die ihr die Behinderung leichter überwinden liessen. Die Künstlerin arbeitete in Öl, Acryl, Wachs, Tempera, Aquarell und sonstigen graphischen Techniken. Im ausgedehnten Motivkreis ihrer Bilder traten die religiösen Themen besonders hervor. Häufig waren sie in der tradierten Form des Flügelaltars (Triptychon) komponiert. In ihrer Formensprache folgt Irene Schricker den Vorbildern mittelalterlicher Kunst und des deutschen Expressionismus. Eine grosse Ehre wurde ihr zu Teil, als ihr das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland verliehen wurde.

Vorstandsmitglied Irene Schricker verstarb am 14. Januar 1991. Sie gehörte seit dem Jahre 1984 der Vorstandschaft der Vereinigung an. Die Vollmitglieder der VDMFK wählten sie anlässlich des Delegiertenkonvents in Johannesburg in dieses Amt.

Peter N. Spencer

Peter N. SpencerGeboren am: 20.8.1924
Verstorben am: 7.10.1987
Vorstandsmitglied: 1987-1981

Peter N. Spencer wurde am 20. August 1924 in Wallasey/Cheshire geboren. Nach der Schule besuchte er die Cambridge Universität. Am 27. März 1945 verlor er nach einem Flugzeugunfall die Kraft seiner Arme und Hände. Da Spencer schon immer gern zeichnete, nahm er Kunstunterricht an der Kunstschule in Wallasey. Mit viel Ausdauer und unermüdlichem Fleiss lernte er mit dem Pinsel im Mund zu malen und zu zeichnen. Bereits ab 1957 betreute ihn die Vereinigung als Stipendiat. 1959 wurde er als Vollmitglied in die VDMFK aufgenommen. Peter N. Spencer war in England ein bekannter Künstler. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Städten Englands und in aller Welt ausgestellt. Am liebsten malte er Porträts und Landschaften. Als ehemaliger Flieger gestaltete er auch vorwiegend Motive mit Flugzeugen. Eine grosse Ehre wurde ihm zu Teil, als er 1980 im Buckingham Palast den Orden des Britischen Königreiches (MBE) für seine menschlichen und künstlerischen Werte erhielt.

Vorstandsmitglied Peter N. Spencer verstarb nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt am 7. Oktober 1987. Er wurde 1981 anlässlich der Generalversammlung in Madrid in den Vorstand der Vereinigung gewählt.

Elof Lundberg

Elof LundbergGeboren am: 28.6.1917
Verstorben am: 4.4.1986
Vorstandsmitglied: 1986-1971

Elof Lundberg wurde am 28. Juni 1917 geboren. Er war seit Geburt an beiden Armen gelähmt. Er lernte mit dem Munde zu schreiben und wichtige Tätigkeiten auszuführen. Seine künstlerischen Neigungen führten ihn zu Musik und zur Malerei. Er nahm Gesangsunterricht und besuchte gleichzeitig mehrere Kunstschulen in Stockholm. Seine Werke zeichnen sich durch drei Schwerpunkte aus: starfarbig-expressive Stillleben und Figuren, zart ausgewogene Stillleben in pastellhafter Farbigkeit, in denen Einflüsse des Kubismus deutlich werden, und abstrakte Kompositionen in reduzierter Farbigkeit und strenger Geometrie. Die konstruktive Kraft seiner bildnerischen Begabung trat in diesen unterschiedlichen Stilentwürfen mit gleicher Intensität zutage. Elof Lundberg war Gründungsmitglied der Vereinigung. Durch zahlreiche Ausstellungen, Zusammenkünfte und Interviews in Radio und Zeitungen verstand er es, die Öffentlichkeit auf die behinderten Künstler aufmerksam zu machen.

Vorstandsmitglied Elof Lundberg verstarb am 4. April 1986. Er gehörte seit dem Jahre 1971 der Vorstandschaft der Vereinigung an, in welche er anlässlich des Delegiertenkonvents in Barcelona gewählt wurde.

Charles Pasche

Charles PascheGeboren am: 11.10.1915
Verstorben am: 13.9.1981
Vorstandsmitglied: 1981-1957

Charles Pasche wurde am 11. Oktober 1915 in Céligny bei Genf ohne Arme geboren. Er lernte in der Schule mit dem rechten Fuss die ersten Buchstaben des Alphabets zu schreiben. Charles Pasche besuchte eine Kunstschule in der Nähe von Genf. Er entwickelte sich zu einem anerkannten Künstler, dessen Gewandtheit seiner Zehen manche Finger übertraf. Wie sicher er am Schreib- und Zeichentisch mit den Füssen arbeitete, versetzte jedermann in Erstaunen. Charles Pasche malte besonders gerne Blumenstillleben und die grandiosen Alpenlandschaften der Schweiz. Er konnte seine Werke bei zahlreichen Ausstellungen in der Schweiz und in aller Welt präsentieren.

Am 13. September 1981 verstarb Vorstandsmitglied Charles Pasche. Er gehörte seit der Gründungsversammlung der Vereinigung im Jahre 1957 dem Vorstand der VDMFK an.

Eugen Pirard

Eugen PirardGeboren am: 21.7.1911
Verstorben am: 23.1.1971
Vorstandsmitglied: 1971-1965

Eugen Pirard wurde am 21. Juli 1911 in Verviers als gesundes Kind geboren. Im Jahre 1919 erkrankte er an spinaler Kinderlähmung, welche dazu führte, dass er seine Fähigkeit zu sprechen und zu sehen verlor. Es dauerte Monate, bis er das Sehvermögen und die Sprache wieder erlangte. 1921 konnte Eugen Pirard wieder die ersten Schritte machen und bekam mit der Zeit erneut einen fast normalen Gang. Doch die Arme und Hände blieben für immer gelähmt, so dass Eugen Pirard diese Tätigkeiten mit dem Munde ausführte. Eugen Pirard besuchte sieben Jahre die Kunstschule in Verviers. Er malte hauptsächlich Landschaften, besonders Wald- und Heidemotive. Er gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Vereinigung.

Eugen Pirard verstarb am 23. Januar 1971. Anlässlich des Delegierten-Konvents 1965 in Toronto wurde er in den Vorstand der Vereinigung gewählt.

Corry F. Riet

Corry F. RietGeboren am: 16.11.1924
Verstorben am: 11.11.1958
Vorstandsmitglied: 1958-1957

Corry F. Riet wurde am 16. November 1924 in Zaandam als gesundes Kind geboren. Im Alter von fünf Jahren erkrankte Corry F. Riet an Polio und blieb fortan an Armen und Beinen gelähmt, was bedeutete, dass sie fortan an den Rollstuhl gefesselt war. Die Schulzeit verbrachte sie in der Invalidenschule in Rotterdam und lebte danach in Amsterdam. Sie brachte sich selbst das Malen mit dem Mund bei und liebte es, romantische Landschaften aufs Papier zu bringen. Erst 1944 kehrte sie in ihr Heimatdorf Zaandam, einem Vorort von Amsterdam, zurück, wo sie sich ein eigenes Haus kaufte und oft am Eckfenster sass, um das rege Treiben auf der Strasse zu beobachten. Auch das Reisen bereitete ihr grosse Freude, was sie in verschiedene Städte auf der ganzen Welt brachte. Sie hatte eine enorme Lebensfreude in sich und jeder, der mit ihr sprach, konnte dies spüren.

Corry F. Riet verstarb am 11. November 1958. Damit gehörte sie nur etwas mehr als 1 1⁄2 Jahre dem Vorstand der Vereinigung an, in welchen sie anlässlich der Gründungsversammlung vom 19. März 1957 gewählt wurde.